Zustände nicht mal wie im alten Rom...


ein typischer Gang

"Herzlich Willkommen im Pannonia International Hotel M. !"

(Name gekürzt aus Angst vor Terroranschlägen ;-)

Nachdem man also durch Zusammenhalten zweier Kabel den Lift ins 1. OG befördert hatte, sah man dieses hübsche Arrangement, romantisch und funktionell zugleich. Hier sieht man gleich, woran man ist, Offenheit und Einsichtigkeit zeichnen diese exklusive Adresse aus.


"Sicherheit"

Jetzt aber nichts wie hinein in die internationalen Schlafgemache. Erstmal vorsichtig anklopfen, ob niemand drin ist ... [pling] und das Schloß verteilte sich auf dem Boden.

Obwohl ich kein Schlüsseldienst bin, gelang es mir, die Sicherheit des Hotels mit ein paar Fußtritten und Schlägen mit einem Brett wieder herzustellen.

Deutlich sieht man, wie Natur und Technik zusammenwirken und wie diese einzigartige Konstruktion nostalgische Gefühle wecken kann.


"Unterm-Bett-Geflüster"

Ich dachte immer, Sprichwörter seien dazu da, daß man sie sinnlich überträgt und was draus lernt - aber daß man es mit dem "unter'n Teppich kehren" auch so wörtlich nehmen kann ?!

Dies ist also der Touch der vergangenen Zeiten :-), gefunden unter dem halben zerfallenen Sofa auf der Suche nach einer Steckdose, die nicht gleich aus der Wand fällt.


"Ambiente"

Aber nicht nur die Zimmer, nein, das gesamte Hotel überzeugt konsequent durch einen einheitlichen Stil.

Hinter jeder Ecke, an jeder Wand und in jedem Winkel erwarten den Besucher designtechnische Meisterleistungen!


"Erfrischung"

Ebenfalls sehenswert - die sanitären Einrichtungen.

Und weil es sowas nicht oft auf dieser Welt gibt, durften auch gleich mal 90 Leute ein Klo und eine Waschgelegenheit zusammen benutzen. So kam es dann, daß wir jeden Abend mit der U-Bahn durch die Stadt ins Thermalbad zum Duschen fuhren. So hatten wir für 0,50 DM Eintritt ohne Anstehen und Ekelgefühle wenigstens eine Erfrischung am Tag.


"F.d.H. !"

Bekanntlich hält ja ein gutes Frühstück den ganzen Tag an. Bei uns gab es dann aber doch anhaltende "Halt mich!"-Ausrufe, begleitet von fassungslosen Gesichtern und Schreien des Entsetzens.

Aber immerhin lag das Alter der Brötchen nur im zweistelligen Bereich, Marmelade gab es reichlich (8g/Person) und das Zitronenschlabberwasser hatte angeblich schonmal neben einem Tee gestanden.


Nebenbei: Kein Wunder, daß aus Angst vor Suizid bei diesem Frühstück den Messern die Schneiden glattgefeilt wurden...


So haben wir jedenfalls gehaust, es konnte nicht mehr schlimmer kommen. Und dank Freund Alkohol war das Hotel teilweise gar nicht mal so schlimm (hick). Ich hätte ja auch von der Liftanzeige erschlagen werden können (sauste einmal vor meiner Nase runter) oder wäre qualvoll an Staublunge verendet. Aber nein, aus den Polsterresten arrangierten wir uns eine Sitzecke, Frühstück gab's aus'm Supermarkt und wir machten das beste aus dem bißchen, was wir hatten.

Und nun das Beste: Das Hotel wurde 1999 geschlossen!!! (Yieppie!)


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